Warschau
Mittwoch 8.06.2022 (Tag 50) nachmittags
Wunderbarerweise bekomme ich in dem Zug nach Warschau sogar einen kostenlosen Snack serviert - es gibt dieAuswahl zwischen unterschiedlichen Sandwiches und Salat mit Pute
Wir erreichen Warschau fast pünktlich und ich lasse mich von Google zu meinem Hotel führen - ich hatte ganz vergessen, was ich reserviert hatte und bin etwas erschüttert über meine Wahl ... Aber dann fällt mir wieder ein, dass in der Woche nach Pfingsten die meisten Hotels im Warschau bereits ausgebucht waren, als ich gesucht habe und ich somit dieses gewählt habe, da es in der Nähe des Hauptbahhofs ist und recht gute Bewertungen hatte. Auf dem Weg zum Hotel habe ich diesen Ausblick ...
Ich gehe früh ins Bett...
Donnerstag 9.06.2022 (Tag 51)
...und mache ich am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück auf in die Altsstadt zu meiner Free Walking Tour. Vor dem Hotel überlege ich mit der Bahn zu fahren und es gelingt mir in kurzer Zeit, dem Automaten ein Ticket abzukaufen - bezahlen, wie eigentlich immer seit ich unterwegs bin, mit googlepay.
Google sagt mir auch wann ich aussteigen muss und lotst mich dann zum Treffpunkt. Wir treffen uns am Nikolaus Kopernikus Denkmal . Dort steh nicht nur eine Statue von ihm, sondern das Sonnensystem ist auch im Pflaster wiedergegeben.
Auf der Führung lernen wir, dass die Altstadt von Warschau in den 50er Jahren komplett neu aufgebaut wurde, dazu hat man auch Gemälde von Canaletto genutzt, der lange Jahre in Warschau gemalt hat (ein Verwandter des Canalettos, der Venedig gemalt hat)
In gewissem Sinne ist damit alle Fake was wir sehen, die Kirchen, Paläste und alle Gebäude der sehr schönen Altstadt sind also aus den 50er Jahren, ...
und es sind auch nur die Fassaden in historischem Stil errichtet worden, das obige Bild zeigt das Warschau Museum, das über die gesamte Breite und Höhe der Seite des Marktplatzes nur ein Gebäude ist.
Wir beschäftigen uns auch mit berühmten Frauen, insbesondere Marie Curie, die Polin war und eigentlich Marie Skłodowska Curie heist. Sie hat als erste Frau einen Nobelpreis bekommen (Physik) und ist einzigartig, da ihr zweiter Nobelpreis in einer anderen Fachrichtung war (Chemie).
Ihr ist hier auch ein Gebäude gewidmet:
Das ehemalige Königsschloss wurde während der Zeit des Kommunismus nicht neu aufgebaut, dies geschah erst nach 1980 mit Spendengeldern.
Wir besichtigen auch die alte Stadtmauer, die ebenfalls wiederaufgebaut wurde.
Aussergewöhnlich ist hier, dass um die bereits bestehenden Mauern auszunutzen Häuser zwischen die Stadtmauer gebaut wurden, nachdem diese wegen des Wachstums der Stadt und moderner Kriegsführung keinen sonstigen Nutzen mehr hatte. (s.o)
Wie man an dem Dom sehr schön sehen kann, war bei dem Wiederaufbau auch eine gewisse architektonische Freiheit am Werk - vergleicht einmal das Bild von dem 1370 erbauten Dom und ddie Rekonstruktion von 1956.
Innen ist der Domsehr schön, sowohl die gotischen Bögen, als auch die Glasfenster und auch die Gäste haben moderne Frisuren ;-)
Nach der Führung bin ich noch ein wenig durch die Altstadt gelaufen, habe wieder einmal Brotsuppe gegessen
und habe mir dann noch die Wachablösung an dem Denkmal des unbekannten Soldaten angesehen.
Danach bin ich ins Bankenviertel gelaufen und habe mich an Hochhausfotos und Streetfotografie versucht.
Freitag 10.06.2022 (Tag 52)
Vormittags habe ich wieder eine Freetour gebucht, diesmal über das Warschauer Ghetto und den Wirderstand.
Wir beginne die Tour an einer ( der einzigen?) Synagoge, die heute noch in Warscha steht - sie war während des Krieges von den deutschen Soldaten als als Pferdestall genutzt (und entweiht) worden und ist so der Zerstörung entgangen.
Vor dem 2. Weltkrieg lebten in Polen etwa 3,5 Millonen Juden, heute haben die jüdischen Gemeinden noch etwa 12.000 Mitglieder.
Das Ghetto in Warschau war so groß, dass es zweigeteilt wurde und über eine Brücke verbunden wurde.
auf dem Foto, das meine Reiseleiterin hält, seht ihr die Brücke und unten auf dem Foto das heutige Denkmal, an dem Gebäude links hinten seht ihr, dass wir an der richtigen Stelle stehen.
Die Original Ghettomauern sind praktisch verschwunden - ein letzter Rest, die Aussenmauer einer Brauerei, an der die Fenster zugemauert wurden, wird als Basis eines modernen Gebäudes erhalten.
Das Ghetto in Warschau wurde nicht freiwillig geräumt, es gab einen Ausfstand, da die Gaskammern inzwischen bekannt waren und die Juden lieber kämpfend getötet, als vergast, werden wollten. Nach dem Abzug der Deutschen war das ehemalige Ghetto ein Trümmerfeld. Nur die Kirche, die im Ghetto lag ist stehen geblieben.
Auf den Trümmern wurde im Rahmen des Wiederaufbaus der Stadt ein Viertel aufgebaut, dessen Baustil an Bauhaus angelehnt ist.
Das jüdische Museum beschreibt nur in einem kleinen Teil den 2. Weltkrieg und die Vernichtung der Juden, sondern 1000 Jahre jüdischen Lebens in Mittel- und Osteuropa, gegenüber des Museums das Denkmal an den Widerstand im Ghetto...
...leider fehlte mir die Zeit es zu besuchen da ich nach einem kurzen Mittagsschlaf im Parkzu meiner nächsten Führung durfte...
Für den Nachmittag habe ich eine spezielle Führung zum Thema Murals - also Kunst auf Wänden gebucht. In einem Park mache ich 90 Minuten Rast und dann gehts auch schon weiter ...
Auch wenn wir zu Beginn darüber sprechen, dass es auch viele kleine Kunstwerke gibt - z.B. dieses:
einem auf einer Säule aufgeklebet Kachel und die Frae diskutieren, in wie weit Sprayer Kunst machen ... ist der Kern der Führung große Wandgemäle, die oft von der Stadt, bzw. den Bezirken beauftragt wurden. Diese Wandgemälde in Warschau haben häufig einen politischen Hintergrund - hier eine Auswahl:
Dieses ebenfalls über beide Seiten eines Durchgangs erstellte Bild ist eine Homage an Esperanto und dem Erfinder der Sprache, die die Menschheit vereinen soll(te)
Diese Homage an Marie Curie (die in Polen geboren wurde und eigentlich Marie Skłodowska Curie heisst) ist nur schwer zu erkennen, der Künstler, der beauftragt wurde liebt Tiere und Fische ... der Nuklearkern wurde von ihm erst eingefügt, als niemad sein Bild im Sinne von Marie Curie verstehen konnte.
Dieses erzählt die Geschichte Warschaus in unterschiedlichen Begebenheiten bzw. Bauwerken
Das oben stehende ist ziemlich tricky - Nach Information unseres Guides ist es ein (versteckter) Protest gegen die Ablehnung der LGBTQ in Polen. Unter dem Frage "Gibt es Reinheit" werden Symbole in diversen sexuellen Positionen gezeigt.
Wie kommt so ein Bild auf eine Häuserwand? Das geschah im Rahmen eines Projektes mit einer etwas anderene Aussage:
Die offizielle Interpretation habe ich hier übersetzt:
Das Wandgemälde, das die gesamte Seitenwand des Gebäudes einnimmt, zeigt die Frage "Gibt es Reinheit?" vor einem Hintergrund aus zerfetzten Buchstaben, Fragezeichen und Stempeln. Das Farbschema ist karg und basiert auf der Farbe Blau.
Das Werk entstand im Rahmen des von der Nationalen Kunstgalerie Zachęta organisierten Programms "Eine andere Stadt, ein anderes Leben", das sich mit dem Wandel der Organisation des städtischen Raums in den postsozialistischen Ländern befasst.
Der Titel "Sauberkeit" hat eine doppelte Bedeutung - die erste, offensichtliche und wörtliche, bezieht sich auf die Aufgabe der Einrichtung, die sich im Gebäude selbst befindet. Die zweite, figurative, wird im Blog des Projekts "Eine andere Stadt, ein anderes Leben" erläutert:
Sauberkeit wird als Bedingung für die wirksame Organisation menschlicher Versammlungen verstanden, als eine Art zivilisatorisches Gebot und in der Kultur als eine Idee, die den Suchenden nach der reinen Form im unverständlichen Chaos leitet.
Eine andere Lesart des Werks ist ziemlich pervers - die erwähnten Buchstaben und Zeichen werden mit kopulierenden Paaren verglichen, wodurch der Gegensatz zwischen Reinheit und Sex evoziert wird.
Kontext des Ortes
Das Wandgemälde befindet sich an der Seitenwand des Gebäudes der Sanitäts- und Epidemiologiestation der Provinz, was teilweise die "Reinheit" des Titels erklärt. Seine satten Farben kontrastieren mit der ruhigen, gedämpften Umgebung der Żelazna-Straße.
Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)
Dieses, auf dem Gesundheitsamt, zeigt einen Lungenflügel in Smog und einen Lungenflügel in sauberer Umgebung.
Dieses Bild einer krebskranken schwangeren Frau, die ihr Baby austrägt während sie eine Chemotherapie bekommt, ist gleichzeitig eine Werbung für den Verein raknroll.pl, der sich die Aufgabe gesetzt hat Krebs zu bekämpfen und Kranke zu unterstüzen
und das letzte Beispiel ist ein Protest gegen die neuen Bauvorhaben und wird diesen wohl auch bald zum Opfer fallen, im Vordergrund wird schon gebaut und hinter mir befinden sich weitere Glaspaläste
Nach diesen doch recht anstrengenden Führungen kaufe ich noch (Dosen-) Bier und Chips und ziehe mich in mein Hotel zurück - zum noch mal Essen zu gehen habe ich keine Lust mehr und mit Amazon Prime schalte ich dann auf meinem Bett ab.
Samstag 11.06.2022 (Tag 53) vormittags
Das letzte Mal ein ausgiebiges Frühstück und dann laufe ich wieder zum Hauptbahnhof - nach knapp 15 Minuten habe ich das Gleis erreicht und kurz darauf kmmt auch der Zug, ich finde meinen reservierten Platz und freue mich auf der Fahrt wieder ein Essen mit Getränk (kostenlos) serviert zu bekommen ...


























































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